et cetera
et cetera - Ein musikalisches Abenteuer zwischen Reduktion und kollektiver Intensität
Wie der Wind das Gras auf der Wiese in harmonische Schwingung versetzt, so entfaltet sich die Musik von et cetera. Das Ensemble um den Schlagzeuger und Komponisten Marco Sickinger lädt dazu ein, den Raum zwischen den Noten neu zu entdecken.
Was 2024 als Trio begann – tief verwurzelt in der ästhetischen Offenheit des legendären Paul Motian Trios –, hat sich heute zu einem hochkarätig besetzten Quintett weiterentwickelt, das eine ganz eigene, unverwechselbare Klangsprache spricht.
Im Zentrum der künstlerischen Arbeit steht ein faszinierendes Paradox: „Einfachheit in der Komplexität – Komplexität in der Einfachheit."
Inspiriert von den weiten Klanglandschaften eines Paul Motian, Charlie Haden oder Jakob Bro, aber auch von Einflüssen aus der Popmusik und den Kompositionen der Bandmitglieder, entstehen Kompositionen, die bewusst sparsam und fragil gehalten sind. Was auf dem Papier überraschend schlicht wirkt, dient der Band als Sprungbrett in ein ungreifbar lebendiges Zusammenspiel. Hierarchien werden bewusst überwunden: Jeder Klang kann führen, begleiten oder sich zurücknehmen. Die Musik entsteht aus dem Moment und dem intensiven, kollektiven Hören.
Dass dieses Wagnis gelingt, liegt an der außergewöhnlichen Besetzung. Das Ensemble vereint einige der profiliertesten Stimmen des zeitgenössischen Jazz. Clara Vetter, Landesjazzpreisträgerin Baden-Württemberg 2023 und Dozentin an mehreren Musikhochschulen, bringt am Klavier eine harmonische Tiefe ein, die zugleich klar und explorativ wirkt. Johannes Lauer, Professor in Leipzig und eine der markantesten Stimmen seines Instruments, verleiht dem Ensemble an der Posaune eine besondere Ausdruckskraft. Jonas Westergaard, einer der gefragtesten Bassisten Deutschlands und Nordeuropas, bildet gemeinsam mit dem Gitarristen Sebastian Minet und Marco Sickinger am Schlagzeug ein Geflecht, das weit über ein bloßes Rhythmus-Rückgrat hinausgeht.
Die Musik von et cetera sucht nicht nach festen Formen, sondern nach Zuständen – nach Momenten von Nähe, Spannung und Offenheit. Malerische Klanglandschaften zwischen Fragilität und Präsenz, zwischen kontrollierter Form und spontaner Entwicklung werden gezeichnet.
Das Ergebnis ist Musik, die atmet. Sie lässt Raum und füllt ihn zugleich auf eine Weise, die den Hörer unmittelbar berührt. Es ist ein Abend für Entdecker und für Menschen, die bereit sind, wirklich zuzuhören.
Besetzung:
Johannes Lauer – Posaune
Clara Vetter – Piano
Sebastian Minet – Gitarre
Jonas Westergaard- Kontrabass
Marco Sickinger - Schlagzeug
Veranstaltungsort
Jazzclub Kiste
Hauptstätter Str. 35
70173 Stuttgart
Veranstalter
IG Jazz Stuttgart e.V.
Forststraße 137
70193 Stuttgart